Warum wir Wut und Trauer bei Kindern so schlecht aushalten können

Wenn das Kind wütend, traurig, frustriert, oder hilflos ist, reagieren Eltern oft auf ähnliche Art und weise.

Kind: „Oh man, mein rotes Auto ist kaputt“

Eltern: „Schau, dann nimm doch einfach das rote hier“ oder

„Oh man, ja, das blöde Auto, das spinnt ja wohl“ oder

„Oh ja, wer stellt auch so ein billiges Plastikspielzeug her, unmöglich!“

Kind:“Oh man, nie klappt das!“

Eltern:“ Oh ja, das kenne ich auch, das ist mir auch oft passiert“

Das Kind fällt hin

Eltern:“Huch, hast du was gefunden?“

Kind: „Menno das funktioniert nicht!“

Eltern:“Guck mal, ich helfe dir, mach das mal so und so, dann klappt das!“

Kind: „Aua, Max hat mich gehauen“

Eltern: “Ach, das ist doch bestimmt gar nicht so schlimm, man sieht ja gar nichts“

Doch wie kommt das?

Das Verhalten, dass das Kind zeigt, weinen, schreien, wüten löst in uns unangenehme Gefühle aus. 

Dafür ist unser Gehirn verantwortlich.

Einerseits ist es angeboren, dass ein Stresshormon ausgeschüttet wird, wenn das Baby schreit, dazu kommt, dass sich das Gehirn merkt, wie wir dafür sorgen können, dass dieses Stresshormon nicht weiter ausgeschüttet wird. Nämlich indem wir möglichst schnell dafür sorgen, dass das Kind aufhört zu weinen/wüten.

Dann kommt dazu, dass wir es selbst von unserem Umfeld so erfahren haben, dass Ablenken, die Schuld beim Dritten suchen, Herunterreden der Gefühle, die Gefühle schnell „abschaltet“.

Viele Eltern erkennen zwar irgendwann, dass andere nicht für die eigenen Gefühle und Bedürfnisse verantwortlich sind. Dass es andersherum aber genauso ist, dass ich auch nicht für die Gefühle des Gegenübers verantwortlich bin, das wird oft ausgeblendet.

Es entstehen Schuldgefühle. Die Eltern projizieren ihre eigenen Erfahrungen auf die jetzige Situation (unbewusst natürlich), wollen ihr Kind möglichst schnell „erlösen“.

Was aber im Kind passiert, wenn das Umfeld so agiert: 

Es begreift, dass unangenehme Gefühle schlecht sind. Dass sie schnell „beseitigt“ werden müssen. Dass sie nicht ok sind. Der Kreislauf beginnt von vorn.

Viele Eltern haben sich dafür entscheiden, Gefühle empathisch zu spiegeln, um dem Kind zu vermitteln, dass diese ok sind „Oh ja, du bist gerade richtig wütend, oder?“

Das ist ein Schritt auf dem Weg zu einem empathischen Umgang, doch Taten haben, bekanntlich,  eine noch größere Wirkung, als Worte, deshalb ist es gleichermaßen wichtig, das Verhalten bezüglich der eigenen Gefühle zu reflektieren.

„Ja, auch meine Wut, meine Hilflosigkeit sind ok. Ich brauche sie nicht möglichst schnell abzuschalten, indem ich deine Trauer/Wut vermeide, oder möglichst schnell stoppe. Ich darf auch empathisch und liebevoll mit mir selbst sein.

Puh, mal ein etwas theoretischerer Beitrag von mir, ich hoffe, ihr konntet trotzdem etwas aus ihm mitnehmen. Bei Fragen…ihr wisst ja…fragt;-)

Viele Grüße, Anna-Leke

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